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Lehrte – Radverkehrskonzept

 

Kontext

Die Stadt Lehrte liegt in der Region Hannover, ca.17 km östlich der Landeshauptstadt. Sie ist in 9 Ortsteile gegliedert und hat insgesamt rund 44.000 Einwohner. Anlass für die Entwicklung und konsequente Umsetzung des beispielhaften Radverkehrskonzeptes in Lehrte war u.a. die Aufstellung eines neuen Verkehrsentwicklungsplans in den Jahren 2003 bis 2005.

 

Projektbeschreibung

In einer die Arbeit am Verkehrsentwicklungsplan begleitenden Projektgruppe aus Vertretern der Stadtverwaltung, der lokalen Politik sowie relevanten Interessenvertretungen wie dem ADFC wurden auf der Basis der von dem beauftragten Verkehrsplanungsbüro ermittelten fachlichen Grundlagen gemeinsam die Planungsgrundsätze diskutiert und für die politische Beschlussfassung vorbereitet. Umfangreiche Verkehrszählungen hatten ergeben, dass der Anteil des Fahrrads am Modal Split bereits 15% betrug. Mit dem Verkehrsentwicklungsplan setzte die Stadt sich die weitere Erhöhung des Radverkehranteils zum Ziel. Es wurden Maßnahmen wie der fahrradgerechte Umbau von Knotenpunkten, der Bau bzw. Ausbau von Radwegeverbindungen sowie die Erweiterung der vorhandenen ortsteilverbindenen Radwegweisung um innerörtliche Ziele vorgesehen. Mit der Ausweitung des ausgewiesenen Radwegenetzes wurden gleichzeitig die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von GVFG-Mitteln für punktuelle bauliche Verbesserungen wie auch für die Ergänzung der Radwegweisung geschaffen.

 

In den Folgejahren wurden darüber hinaus weitere fahrradfreundliche Vorhaben umgesetzt. Einbahnstraßen wurden für Radfahrer gegen die Fahrrichtung geöffnet, Abstellanlagen wurden neu errichtet, ergänzt und modernisiert, und bis auf wenige Ausnahmen sind sämtliche Gemeindestraßen in der Kernstadt und in den Ortsteilen als Tempo 30-Zonen ausgewiesen. Eine weitere Maßnahme, die jenseits des Verkehrsentwicklungsplans eine Verbesserung der Bedingungen für die Fahrradnutzung bewirkte, war die Entlastung und der Umbau der ehemaligen Ortsdurchfahrt. Ein vom Autoverkehr geprägter Straßenraum mit bis zu drei Fahrstreifen wurde so zu einem Innenstadtbereich entwickelt, der eine hohe Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer aufweist.

 

Auch die fünf Bahnhöfe, die auf Lehrter Stadtgebiet liegen, werden in hohem Maße von Radfahrern angefahren. Dies wird unter anderem durch attraktive Abstellmöglichkeiten, viele davon überdacht oder in abschließbaren Fahrradgaragen, begünstigt. In einem Parkhaus in der Nähe des zentralen Bahnhofs wurden sogar Pkw-Stellplätze zugunsten einer weiteren Fahrradgarage umgewandelt.

 

Verkehrszählungen im Herbst 2008 zeigten, dass auf der Basis der beschrieben Maßnahmen die Zahl der Radfahren innerhalb von fünf Jahren um 50% erhöht werden konnte, einzelne Knotenpunkte weisen zwei- bis dreifach höhere Radfahrerzahlen auf. 2009 gewann die Stadt Lehrte den Landespreises „Fahrradfreundliche Kommune 2009“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Das Preisgeld wird unter anderem für den Ausbau der Fahrradabstellanlagen und die Herausgabe eines Fahrradstadtplans eingesetzt. Die Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs sind damit nicht abgeschlossen. Zur Zeit beteiligt sich die Stadt im Rahmen einer Machbarkeitsstudie der Metropolregion Hannover/Göttingen/Braunschweig/Wolfsburg zur Entwicklung eines Fahrradschnellwegenetzes.

 

 

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