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Praxis-Beispiele > Energetische Stadtsanierung > Göttingen – Am Botanischen Garten

 

Göttingen Am Botanischen Garten:
Energieeffizienz im historischen Stadtquartier

 

Quartierssteckbrief

Einwohner:                        ca. 1.700

Größe:                               ca. 13,5 ha

dominierender Bautyp:       Historische Fachwerkhäuser und Gründerzeitgebäude

dominierendes Baujahr:     16./19. Jahrhundert

 

Projektbeschreibung

Das Quartier „Am Botanischen Garten“ umfasst etwa ein Fünftel der historischen Innenstadt Göttingens. Es besitzt typische Strukturen, wie sie sich auch in anderen niedersächsischen Städten finden. Eine Mischung von kommunalen und öffentlichen Gebäude sowie privaten Wohn- und Geschäftsgebäuden prägt ebenso wie denkmalgeschützte und stadtbildprägende Bauwerke das Konzeptgebiet. Die heterogene Eigentumsstruktur der 150 Gebäude umfasst 135 private wie auch institutionelle Eigentümer.

 

Als Ziele für die energetische Sanierung werden der Erhalt baukultureller Merkmale wie Fachwerk- und Stuckfassaden, Fenstergliederungen und der Dachlandschaft sowie Nutzung und Ausbau einer zentralen Wärmeversorgung für das Stadtquartier verfolgt.

 

Gebäudesanierung

Im Quartierskonzept konnte auf Grundlage der Denkmaltypographie der Denkmalbehörde der Stadt Göttingen und unter Beachtung der neuzeitlichen Bebauung eine Klassifikation des Gebäudebestands in fünf Typen, die jeweils ähnliche baukonstruktive und bauphysikalische Eigenschaften aufweisen, erstellt werden. Darauf aufbauend wurden zu jedem Bautyp zwei Gutachten zum maximalen Energieeinsparpotenzial erstellt, das je nach Bautyp zwischen 36 % und 47 % liegt. Eine zentrale Erkenntnis war, dass durchschnittlich 39 % des bisherigen Energieverbrauchs durch behutsame Wärmedämmmaßnahmen zu erreichen sind. Dazu gehören die Dämmung der Keller- und der obersten Geschossdecke, der Einbau moderner Wärmeschutz- oder Innenvorfenster, die Innendämmung von Wänden sowie die Außendämmung der Hoffassaden. Explizit wurden keine Wärmedämmverbundsysteme an den Schaufassaden vorgesehen. Auf der Basis der Gutachten wurde für die verschiedenen Bautypen eine Übersicht relevanter und geeigneter Maßnahmen erstellt. Diese hat empfehlenden Charakter für die Eigentümer und erhebt nicht den Anspruch, die individuelle Fachplanung zu ersetzen. Je nach Sanierungsintensität kann somit das Ziel der CO2-Reduktion um 40 % zwischen 2030 und 2035 erreicht werden.

 

Wärmenetzausbau

Neben der Gebäudesanierung kommt dem Ausbau des Fernwärmenetzes im Quartier eine besondere Bedeutung zu. Derzeit besitzen etwa 36 % der Gebäude im Quartier eine Wärmeversorgung auf Basis von Fernwärme. Auf Grundlage der aktuellen Verbrauchswerte wurde pro Straßenabschnitt die Liniendichte des Wärmebedarfs ermittelt und ein Fernwärmekonzept aufgestellt. Das mittelfristig angestrebte Ziel ist eine flächendeckende Fernwärmeversorgung, um ergänzend zu den beschriebenen behutsamen Wärmedämmmaßnahmen an den einzelnen Gebäuden den Gesamtenergiebedarf weiter zu reduzieren. Um den Ausbau zu fördern, werden die Eigentümer entsprechend informiert.

 

Kooperationspartner

Die Erstellung des quartiersbezogenen Sanierungskonzepts beruht auf der engen Kooperation verschiedener kommunaler Fachbereiche (Stadtentwicklung, Denkmalpflege sowie Klimaschutz und Energie) mit der Stadtwerke Göttingen AG und der Energieagentur Region Göttingen e.V. mit ihrem Netzwerk aus Architekten und Energieberatern. Die Konzepterstellung wurde von zwei externen Büros unterstützt.

Das Projekt wurde im Rahmen der Initiative Architektur und Baukultur des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung gefördert.

 

Ausblick

Aktuell verantwortet die Wärmeversorgung des Quartiers einen jährlichen CO2-Ausstoß in Höhe von 2.470 t. Das bauliche Sanierungskonzept strebt bis 2035 eine Reduktion um 973 t pro Jahr an; dies entspricht einer CO2-Emissionsverminderung um 39 %. Durch einen flächendeckenden Fernwärmeanschluss sowie die Einspeisung regenerativ erzeugter Energie kann der CO2-Ausstoß weiter deutlich reduziert beziehungsweise vollständig vermieden werden.

 

Die erarbeitete Konzeption wird in einer kurzfristigen Perspektive auf die gesamte historische Innenstadt von Göttingen angewandt, um die Vereinbarkeit von Klimaschutz, modernen Wohnformen und Erhalt des Stadtbildes zu erreichen. Unterstützend soll ein Quartiersmanager die Eigentümer umfassend informieren und die energetischen Sanierungsmaßnahmen und den Anschluss an die Fernwärmeversorgung  beratend unterstützen.


BDA Energetische Sanierung: Denken im Quartier (S. 42 ff)

 
Kontakt zur Energetischen Stadtsanierung in Göttingen Am Botanischen Garten
Dinah Epperlein
 
Stadt Göttingen
Fachdienst Hochbau, Klimaschutz und Energie
Hiroshima Platz 1-4
37083  Göttingen
 
0551 / 4002616
 

Erstellung der Studie

November 2011 - Februar 2012

Durch einen Klick auf die Abbildungen erhalten Sie einen größeren Bildausschnitt.
 
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