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Mit Fläche sparsam umgehen

 

Planungshilfen > Mit Fläche sparsam umgehen > Steuerung der Flächentwicklung durch Bauleitplanung

 

Steuerung der Flächentwicklung durch Bauleitplanung

 

Ebene Flächennutzungsplan

Auf der Ebene der Flächenentwicklung des Gemeindegebiets ist der Flächennutzungsplan (FNP) das planungsrechtliche Instrument zur Umsetzung der Ziele der Innentwicklung und der flächensparenden Gemeindeentwicklung. Die Darstellungen des FNP bilden die Grundlage für die bodenrechtliche und städtebauliche Entwicklung des Gemeindegebiets (§ 5 Abs. 1 Satz 1 BauGB). Der FNP hat den lokalen Gegebenheiten (z.B. gegenwärtige Bodennutzung, geplante Entwicklung der Gemeinde) zu entsprechen. Er ist an die Ziele der Raumordnung (§ 1 Abs. 4 BauGB), an die Ergebnisse eines von der Gemeinde beschlossenen städtebaulichen Entwicklungskonzeptes sowie an eine sonstige städtebaulichen Planung anzupassen (§ 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB). Aus dem FNP werden wiederum Pläne und Konzepte entwickelt, die zu seiner Umsetzung beitragen (z.B. Bebauungsplan, städtebauliche Entwicklungskonzepte, Rahmenplanung).

 
Die durch einen Flächennutzungsplan vorbereitete Flächeninanspruchnahme (z.B. für Bauflächen und Verkehrsflächen) unterliegen in der Abwägung grundsätzlich der Bodenschutzklausel und dem neu präzisierten Vorrang der Innenentwicklung. Vor einer Neuausweisung von neuen Bauflächen ist die Möglichkeit der Nachverdichtung im Gemeindegebiet zu überprüfen. Das schließt auch die Wiedernutzbarmachung von gewerblichen und anderen Brachflächen oder leer stehenden Gebäuden und Anlagen mittels Revitalisierung und Konversion mit ein (§ 1 Abs. 5 und § 1a Abs. 2 BauGB).
 
Bei einem der Innentwicklung Rechnung tragenden Flächennutzungsplanung sollten die nach dieser Prüfung erforderlichen Bauflächen dahingehend ausgewiesen werden, dass die Flächeninanspruchnahme (§ 1a Abs. 2 BauGB) durch Bebauung gering ist. Bei der Neuausweisung von Bauflächen stehen sich allerdings häufig die Ziele, eine kompakte Siedlungsstruktur zu schaffen und die klimatischen Ausgleichsfunktionen der betroffenen Fläche zu erhalten, gegenüber. Ein klimatologisches Gutachten, das u.a. die Frischluftentstehung und die Lufttauschbahnen berücksichtigt, kann bei der Abwägung der gemeindlichen Flächenentwicklung helfen.
 

Beispiel: Klimaplan Göttingen

Ebene Bebauungsplan

Bei der Entwicklung von Baugebieten ist der Bebauungsplan (B-Plan) das planungsrechtliche Instrument zur Umsetzung der Innenentwicklungsnovelle, denn er enthält die rechtsverbindlichen Festsetzungen für die städtebauliche Ordnung und bildet die Grundlage für die Umsetzung entsprechender Maßnahmen in den Baugebieten (§ 8 Abs. 1 BauGB).
 
Der Bebauungsplan ist aus den Darstellungen des Flächennutzungsplans zu entwickeln (§ 8 Abs. 2 BauGB). Er ist an die Ziele der Raumordnung (§ 1 Abs. 4 BauGB), an die Ergebnisse eines von der Gemeinde beschlossenen städtebaulichen Entwicklungskonzeptes sowie an eine sonstige städtebaulichen Planung anzupassen (§ 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB); auf Landesrecht beruhende Regelungen können als Festsetzungen aufgenommen werden (§ 9 Abs. 4 BauGB).
 
Eine geringe zusätzliche Inanspruchnahme von Flächen entspricht der Bodenschutzklausel des BauGB (§ 1a Abs. 2 BauGB), der Innenentwicklungsnovelle (§ 1 Abs. 5 BauGB) und dient dabei, die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts dauerhaft zu sichern (§ 1 Abs. 3 Nr. 4 BNatSchG).
 
Ein Baugebiet hat vor dem Hintergrund des Flächesparens deswegen eine situationsbestimmt hohe städtebauliche Dichte, die durch das Maß der baulichen Nutzung und die Bauweise bestimmt wird und eine geringe Flächeninanspruchnahme für den Verkehr.
 
Städtebauliche Dichte
Um die Flächeninanspruchnahme für eine neue Bebauung gering zu halten, ist eine hohe städtebauliche Dichte anzustreben, die durch die Geschossflächenzahl (GFZ) und die Grundflächenzahl (GRZ) bestimmt wird. Befördert wird sie durch Anordnung der Gebäude auf den Baugrundstücken. Dazu können Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB in Verbindung mit § 16 Abs. 2 BauNVO) und zur Anordnung der Bebauung (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 3 BauGB in Verbindung mit § 22 Abs. 1 BauNVO und § 23 Abs. 1 BauNVO) getroffen werden. Im Sinn einer flächenschonenden Bauleitplanung kann sich eine Kommune an folgenden Grundsätzen orientieren:
  • Festsetzen einer Grundflächenzahl von 0,6 bis 0,8 GRZ
  • Festsetzung kleiner Grundstücksflächen, möglichst nicht größer als 400 m2 für Einfamilienhäuser
 
Verdichtete Bauweisen
Die Bauweise eines Gebäudes gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB in Verbindung mit § 22 BauNVO hat ebenfalls Einfluss auf die städtebauliche Dichte. Für flächenschonende Baugebiete ist eine geschlossene Bauweise von Vorteil, weil in der geschlossenen Bauweise im Gegensatz zur offenen Bauweise Gebäude ohne seitlichen Grenzabstand errichtet werden.
 
Reduktion des Verkehrsflächenverbrauchs
In der verbindlichen Bauleitplanung werden die Flächen für die unterschiedlichen Verkehrsarten festgesetzt (§ 9 Abs. 1 Nr. 11 BauGB). Folgende Grundsätze können im Bebauungsplan berücksichtigt werden, um den Verkehrsflächenverbrauch möglichst gering zu halten:
  • Begrenzung des Verkehrsflächenanteil für den motorisierten Individualverkehr –MIV- (z.B. maximal 10 % für ein Baugebiet mit Wohnnutzung)
  • Reduktion der Straßenbreite auf das für die Versorgungsfahrzeuge (Müllabfuhr, Feuerwehr etc.) notwendige Maß
  • Fläche für maximal einen Stellplatz je Wohneinheit
  • Abwicklung unterschiedliche Mobilitätsformen auf einer gemeinsamen Verkehrsfläche
 

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